Neue Märkte im Bereich Defense und Zivilschutz, das Netzwerk „Sicherheitsregion Niederberg“ und die wachsende Bedeutung regionaler Kooperation und Wertschöpfung
Velbert, 28. Mai 2026 – Im Mittelpunkt der zweiten Velberter Sicherheitsgespräche im Skyroom der IMS-Arena standen aktuelle Entwicklungen in den Bereichen Sicherheit, Verteidigung und Zivilschutz. Rund 100 Vertreterinnen und Vertreter aus der heimischen Wirtschaft, aber auch aus Wissenschaft und Politik folgten der Einladung der IHK Düsseldorf, der Wirtschaftsförderung Velbert, der Wirtschaftsförderung Heiligenhaus sowie der Schlüsselregion e.V., um sich zu diesen Themen auszutauschen und zu vernetzen. In verschiedenen Beiträgen ging es um die Erschließung neuer Märkte im Bereich Verteidigung und Zivilschutz, um Fragen der Resilienz und Sicherheit von Unternehmen und Produkten sowie um die wachsende Bedeutung regionaler Wertschöpfung. Hintergrund sind instabile internationale Lieferketten und Tendenzen zur Deglobalisierung, wodurch kürzere Lieferwege und nationale Produktionsstrukturen wieder an Bedeutung gewinnen. „Die Anforderungen an Sicherheit und Resilienz verändern sich derzeit grundlegend“, betonte Dr. Nikolaus Paffenholz von der IHK Düsseldorf, der die Veranstaltung moderierte.
Nach den Grußworten der Bürgermeister Dirk Lukrafka (Velbert) und Björn Kerkmann (Heiligenhaus) gab Prof. Dr.-Ing. Kai Dietrich Wolf vom Institut für Sicherungssysteme in Velbert (Bergische Universität Wuppertal) einen wissenschaftlichen Impuls zum Thema „Sichere Produkte in unsicheren Zeiten“. Ein weiteres zentrales Thema des Nachmittags war der Aufbau und die Weiterentwicklung des ZIM-Innovationsnetzwerks „Sicherheitsregion Niederberg – Netzwerk für Zivilschutz, KRITIS & Verteidigung“, das von André Küsters (ZENIT GmbH) vorgestellt wurde. Anlass für die Gründung des Netzwerks ist die zunehmende Volatilität internationaler Lieferketten sowie sicherheitsrelevante Risiken bei der Beschaffung kritischer Technologien, etwa im Hinblick auf IT‑Sicherheit, mögliche Einflussnahmen und den Schutz sensibler Daten. Ziel des Netzwerks ist es, Unternehmen, Forschungspartner und Anwender aus der Region und darüber hinaus zu vernetzen und gemeinsam marktreife Lösungen für Zivilschutz, kritische Infrastrukturen (KRITIS) und Verteidigung zu entwickeln – von mechanischer Sicherheitstechnik über Sensorik bis hin zu IT‑Security und Schutzkonzepten. Christian Draeger, Beigeordneter der Stadt Velbert und Leiter der Wirtschaftsförderung Velbert, erläuterte dazu: „Wir müssen unsere regionalen Kompetenzen stärker bündeln, um auf Veränderungen der Märkte und neue Rahmenbedingungen zu reagieren. Velbert und Heiligenhaus verfügen über einzigartige Kompetenzen, gerade im Bereich der metallverarbeitenden Industrie, woraus sich große Potenziale für die Verteidigungs- und Zivilschutzindustrie ergeben. Diese Potenziale gilt es zu nutzen. Das Netzwerk „Sicherheitsregion Niederberg“ bietet dafür die ideale Plattform.“
Auch überregionale Partner wie die Securitas Holding GmbH aus Düsseldorf zeigen Interesse an der Region und beteiligen sich am Netzwerk „Sicherheitsregion Niederberg“. In der Podiumsdiskussion mit Sven Middelhauve (Securitas Holding GmbH), Marcus Markowicz und Yannick Poeste (C.Ed. Schulte GmbH Zylinderschlossfabrik), André Küsters (ZENIT GmbH) und Christian Draeger (Beigeordneter der Stadt Velbert) wurde deutlich, dass Innovation und Kooperation entscheidend sind, um neue Geschäftsfelder zu erschließen. „Durch Geschlossenheit wollen wir zeigen, dass wir ein starker und zuverlässiger Partner sind“, erklärte Christian Draeger. Auch im zweiten Panel mit Mura Rike Cammann (Cluster Defence.NRW), Peter Jänchen (Spitznas Maschinenfabrik GmbH), Udo Zimmermann (Sparkasse Hilden-Ratingen-Velbert) und Dr. Ulrich Biedendorf (IHK Düsseldorf) standen Resilienz und regionale Zusammenarbeit im Fokus. „Sicherheit wird künftig noch stärker eine gemeinsame Aufgabe von Staat, Wirtschaft und Gesellschaft sein. Dafür braucht es Kooperation, Resilienzbewusstsein und offenen Austausch“, so Dr. Paffenholz (IHK Düsseldorf).
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem neuen KRITIS-Dachgesetz, das seit diesem Jahr gilt und einheitliche Standards für den Schutz kritischer Infrastrukturen definiert. Philip Schickenberg (Steinbach & Vollmann GmbH) zeigte auf, welche konkreten Anforderungen sich daraus für Unternehmen ergeben – insbesondere in den Bereichen Energie, Industrie, Logistik und öffentliche Einrichtungen.
Den Schlusspunkt setzte Staatssekretärin Dr. Daniela Lesmeister aus dem nordrhein-westfälischen Innenministerium. Beim anschließenden Get-together vertieften die Teilnehmenden ihre Gespräche und knüpften bei Imbiss und Getränken neue Kontakte.
Ein zentrales Fazit der Veranstaltung: Die wachsenden Anforderungen an Sicherheit und Resilienz bieten nicht nur Herausforderungen, sondern auch konkrete wirtschaftliche Chancen – insbesondere für mittelständische Unternehmen, die integrierte Sicherheitslösungen entwickeln. Die Velberter Sicherheitsgespräche haben sich damit erneut als wichtige Plattform für den Austausch und die Weiterentwicklung eines zukunftsrelevanten Themas in der Region etabliert. Die Veranstalter planen, das Format auch in Zukunft fortzusetzen.




